Die IdeeWas ist guter Wein?
Guter
Wein ist charaktervoll. Er teilt dem Weinfreund das Klima des Anbaugebietes
mit und die Witterungsbedingungen des Jahrgangs. Der Wein erzählt
vom Boden, dessen Minerale von den Rebwurzeln aufgenommen und in die
Trauben transportiert werden. Er ist typisch für seine Rebsorte(n)
und spiegelt den Charakter seines Winzers wieder. Guter Wein ist, ebenso
wie ein charaktervoller Mensch, nicht immer einfach zu verstehen, aber
immer interessant und anziehend. Er verändert sich im Laufe der
Zeit, er hat positive, starke Phasen und auch Zeiten, in denen er sich
dem Zugriff des Verkosters verschließt. Deshalb kann man noch
lange nicht behaupten, dass Wein lebt, er zeitigt aber ähnlich
spannende Entwicklungen wie wir Menschen im Laufe des Lebens.
Die Weinwelt ist längst industrialisiert
Leider
entspricht diese idealistische Darstellung vom guten Wein nur noch
in den seltensten Fällen der Realität. Weine, die solche
Kriterien erfüllen, sind selten geworden. Längst ist die
Weinherstellung industrialisiert, die Weine sind standardisiert. Meist
werden zuverlässige, aber charakterlose Erzeugnisse angeboten.
Solche Weine werden intensiv behandelt und manipuliert. Die Pasteurisierung
der Weine ist dabei noch eine der harmloseren Methoden. Künstliche
Konzentrierung des Traubenmostes, übermäßiger Einsatz
von neuen Barriquefässern, das Würzen der Weine mit Holzspänen
und die Verwendung künstlicher Aroma- und Farbstoffe sind längst
an der Tagesordnung.
Der Weingeschmack wird von wenigen Fachjournalisten
diktiert
Uns schockiert, wie selbstverständlich das alles
hingenommen wird. Die meisten Fachjournalisten verdrängen diese
Tatsachen und berichten von der heilen Weinwelt, als ob handwerkliche
Weinbereitung noch die Regel wäre. Noch schlimmer: Einige dieser
Trends wurden sogar von einzelnen Fachjournalisten herbeigeführt.
Der berühmteste ist der Amerikaner Robert Parker, der gern als
einflussreichster Weinjournalist der Gegenwart gefeiert wird. Es ist
offensichtlich, dass Mr. Parker dicke, konzentrierte Rotweine mit fruchtiger
Süße am Gaumen bevorzugt und regelmäßig mit Höchstnoten
bepunktet. Sein Einfluss hat bewirkt, dass unzählige Weinproduzenten
gezielt ihre Weine auf Parker’sche Kriterien hintrimmen. Wenn
der Weinguru seine Punkte verteilt (er hat das 100-Punkte-System eingeführt),
und der entsprechende Tropfen erhält nicht mindestens 90 von 100
Punkten, wird er fast unverkäuflich. Andererseits sorgt eine vorteilhafte
Benotung für steigende Preise, und damit für eine lebhaft
klingelnde Kasse des Winzers. Eine riesige Anhängerschaft hängt
an den Lippen von Parker und denen seiner Kollegen. Als ob es keine
eigenständige Meinungen oder Geschmacksempfindungen mehr gäbe,
wird blindlings alles gekauft, was als großartig beschrieben
wird. Dieser Irrsinn gipfelt schließlich darin, dass Wein heute
als Spekulationsobjekt, gleich Aktien gehandelt wird. Unser Argument
ist unser eigener Geschmack und nicht Parkerpunkte. Bei der Weinauswahl
verlassen wir uns ausschließlich auf unser eigenes Urteil. Wir
stehen auf dem Standpunkt, dass wir von jedem einzelnen Wein in unserem
Angebot so überzeugt sein müssen, dass wir für ihn streiten
können. Gute Benotungen von berühmten Weinjournalisten spielen
für uns keine Rolle und erscheinen auch nicht in unseren Listen.
Wir wollen mehr Individualität
Wir
können die Industrialisierung der Weinwelt und die Verödung
des Geschmacks nicht aufhalten, wollen aber mit unserem Weinangebot
ein Podium für Winzer schaffen, die tatsächlich noch handwerklich
arbeiten, die Natur respektieren und charaktervolle, individuelle Weine
erzeugen. Unser Angebot richtet sich an Leute, die sich zutrauen, ihr
eigenes Urteil zu fällen, und die Freude an Neuentdeckungen und
an ungewöhnlichen Geschmackserlebnissen haben.
Deshalb sind unsere Einkaufskriterien:
Wie wir unsere Weine entdecken
Es ist
für uns immer wieder spannend, neue, charaktervolle Weine kennen
zu lernen und Ihnen vorzustellen. Die Verkostung unserer Weine ist
abwechslungsreich und bietet immer wieder unerwartete Geschmacks- und
Dufterlebnisse. Ständig sind wir auf der Suche nach neuen, interessanten
Winzern, die außergewöhnliche Qualitäten anbieten.
Wir sind wochenlang in den Anbaugebieten unterwegs um die interessantesten
Erzeuger zu finden. Dabei helfen uns Hinweise von unseren französischen
Sommelier- und Weinhändlerkollegen, die uns gern ihre Geheimtipps
verraten. Viele Winzer haben wir bei Weinmessen und Verkostungen kennen
gelernt, andere durch Zufall oder Empfehlung von Winzern, mit denen
wir bereits zusammenarbeiten.
Wie gestalten wir unsere Preise?
Eines
unserer Geschäftsprinzipien ist die angemessene Kalkulation. Auf
Neudeutsch heißt das „fair“. Für uns bedeutet
das, dass die Preise in erster Linie kundenfreundlich sind, aber uns
auch ermöglichen, Lieferanten und Mitarbeiter angemessen zu zahlen
sowie uns selbst ein akzeptables Einkommen zu gewährleisten.
Für die geforderten Preise erhalten unsere Kunden:
Deshalb werden wir auch weiterhin keine Rabatte gewähren!
Wie entstand die Weinhandlung?
Wenn man
etwas über die Anfänge der Weinhandlung Kreis wissen
möchte, muss man in das Jahr 1991 zurückgehen. Damals stellte
ich die Weinkarte für die zukünftige Wielandshöhe zusammen.
Fast alle guten Restaurants Deutschlands hatten in dieser Zeit die
gleichen Weinlieferanten. Die Weinkarten dieser Häuser unterschieden
sich meist nur durch verschiedene Preisgestaltungen. Wir fanden das
ziemlich langweilig und wollten eine Weinauswahl mit hierzulande unbekannten
Gewächsen anbieten.
Erste Kontakte wurden nach Burgund geknüpft. Schnell war die Domaine
Jayer-Gilles der erste ausländische Lieferant der Wielandshöhe.
Es folgten viele weitere, zunächst burgundische Adressen und Weine
aus Südwestfrankreich. Unsere Begeisterung über die Neuentdeckungen übertrug
sich auf die Gäste der Wielandshöhe, die diese feinen und
preiswerten Tropfen für ihre eigenen Weinkeller einkaufen wollten.
In dieser Zeit gründete ich meine kleine Weinfirma, die die Gäste
der Wielandshöhe mit einigen ausgewählten Gewächsen
versorgte. Schnell wuchsen Sortiment und Kundenkreis. Ein größeres
Lager und ein Ladengeschäft wurden notwendig. 1996 installierten
wir uns in der ehemaligen Metzgerei Geiger im Stuttgarter Stadtteil
Sonnenberg. Seit 2003 besteht ein zweites Ladengeschäft direkt
neben der Markthalle in der Stuttgarter Innenstadt.
AktuellesAb sofort: 20% Rabatt auf alle Weine der Domaines Philippe Charlopin und Jayer-Gilles!
Weinproben ![]()
• Bergweine: 19. Juli
…jeweils 17.00 bis 21.00 Uhr
Weinseminare ![]()
• Degustation: 16. Juli
…jeweils 20.00 Uhr
