Ostern und seine Bräuche

Hase oder Ei?

Dieses Jahr rückt Ostern besonders schnell heran und spätestens mit den Osterferien starten alljährlich das gemeinsame Eierfärben und die großangelegte Suche nach goldenen Schoko-Hasen und versteckten Eiern. An den hohen Feiertagen wird natürlich auch wieder groß aufgetischt. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Eier und Lamm, nicht zu vergessen die richtige Weinbegleitung. Wir klären aber auch auf, was der Hase hier zu suchen – oder verstecken – hat und wozu Sie rohe Eier originell verwenden können.

Von Jessica Dueñas und Mark Stichler

Brauchtum und christlicher Ursprung
Ostern markiert die Auferstehung Jesu und gilt als höchster Feiertag im Christentum sowie das Ende der Fastenzeit. Zum Fastenbrechen serviert man  traditionell festliche Mahlzeiten, deren Bestandteile oft symbolischer Bedeutung sind.

Ostereier – Symbolische Geschenkidee
Eier sind in vielen Kulturen eng mit neuem Leben und Fruchtbarkeit assoziiert. Ihre Symbolik passt wunderbar zur christlichen Bedeutung des Osterfests. Gefärbte Eier gibt es bereits seit dem frühen Mittelalter, häufig ausgesprochen kunstvoll verziert und aufwändig gestaltet. Die berühmten Fabergé-Eier sind dafür vielleicht das bekannteste und teuerste Beispiel.

Eier waren in früheren Zeiten während der Fastenzeit verboten. Wohl aus diesem Grund entwickelte sich das Bemalen und Verschenken von Eiern zum Fastenbrechen zur weit verbreiteten Tradition.

Hase und Ei
Der Hase fungiert in vielen Kulturen als Bote des Frühlings. In antiken christlichen Darstellungen steht der Hase für Kraft, Wiedergeburt und Fruchtbarkeit und dient vielen Künstlern als beliebtes Motiv.

Das heutige Zusammenspiel zwischen Hase und Ei lässt sich eher zeitlich begründen. Ostern, Hasen und Eier tauchen eben im Frühjahr auf, beziehungsweise sind wieder erlaubt. Der Hase hatte früher regional allerdings durchaus Konkurrenz: In Westfalen brachte ehemals der Fuchs, in Böhmen der Hahn, in Thüringen der Storch und in der Schweiz der Kuckuck die Eier. Deutsche Siedler exportierten den Osterhasen nach Nordamerika. Endgültig etablierte sich der Hase dann durch die Produktion erschwinglicher Schokoladenhasen, die seine Beliebtheit enorm steigerten.

Eier, Lamm und Hase – Und was gibt’s zu trinken?
Nachdem wir geklärt haben, dass das Ei vor dem Hasen zu Ostern kam, bleibt die Frage, was essen wir denn so an Ostern und vor allem: Was gibt’s zu trinken?

Ähnlich wie der Osterhase musste sich auch die Maultasche ihren Platz deutschlandweit erst einmal erkämpfen. Inzwischen ist sie aber doch schon lange über die Grenzen des Schwabenlands hinaus bekannt und zumindest dort vom Osterspeiseplan kaum wegzudenken, ob geröstet, geschmälzt oder direkt aus dem Sud.

Wir empfehlen dazu:
2022 Oktav Weißburgunder, Weinhaus Joachim Heger, Baden, Flasche 12,30 Euro
Der Oktav bringt feine Aromen von Blüten und etwas gelbem Obst mit, eine gute Struktur und gleichzeitig viel Frische. Er ist vielseitig einsetzbar und kommt auch mit einem gewissen Maß an Röststoffen klar.

2022 Silvaner Steinmergel, Weingut Markus Heid, Württemberg, Fl. 12,80 Euro
Der Silvaner wirkt wunderbar frisch und aromatisch, bringt wenig Säure und eine schöne Ausgewogenheit mit und verfügt über etwas Cremigkeit. Er haucht der oftmals als langweilig verschrienen Rebsorte neues Leben ein und passt wunderbar zu leichteren Speisen, beispielsweise Salaten mit Maultaschenstreifen.

Übrigens: Wer zu Maultaschen unbedingt einen Roten trinken möchte, sollte darauf achten, einen nicht zu gerbstoffbetonten Wein zu wählen und sich nicht vor Trollinger scheuen. Ein klarer, frischer Trollinger wie der Tadellos von Markus Heid bringt lebendige Fruchtigkeit und eben nicht so viel Gerbstoff mit sich.

Ohne Diskussion dürfte wohl das Osterlamm zu den großen Klassikern auf dem Festtagstisch zählen. Das gibt es natürlich in verschiedensten Variationen, vom Karree bis zur Schulter oder Keule.

Wir empfehlen dazu:
2021 Saumur-Champigny, Domaine des Roches Neuves, Loire, Fl. 17,80 Euro
Thierry Germain produziert mit dem Saumur-Champigny, einem reinsortigen Cabernet Franc, einen Wein mit jugendlicher Frische, lebendiger Frucht und einem samtigen Tanningerüst. Mit dem Geschmack nach roten Beeren und Kräutern eignet er sich zum Lammbraten, aber auch zu etwas leichteren Gerichten wie Kaninchen mit Safransauce.

2020 Vinhas Velhas Tinto, Antonio Madeira, Dão, Portugal, Fl. 24,50 Euro
Antonio Madeira betreibt sein Weingut auf der Hochebene Sierra de Estrela. Die kargen Granitböden liefern die Grundlage für Antonio Madeiras charaktervolle Weine. Die Trauben des Vinhas Velhas stammen von über achtzig Jahre alten Reben. Man findet den Duft von Brombeeren, Schwarzpfeffer, Zimtnoten, schwarzen Oliven und Kräutern. Der Wein ist geradlinig frisch mit einer dichten Konzentration und samtigen Tanninstruktur. Er passt hervorragend zum Lammkarree oder auch gefüllten Auberginen.

Wer vom Eierausblasen noch Eigelb und Eiweiß übrig hat, für den haben wir mit dem Ostertiramisu noch einen Tipp für den Nachtisch. Auch für alle anderen natürlich, die müssen die rohen Eier dann eben klassisch an der Schüssel aufschlagen.

Ostertiramisu
Zutaten: 500g Mascarpone, 4 Eigelb, 2 Eiweiß, 100g Puderzucker, 400g Löffelbiskuit, 250ml kalter Kaffee, eventuell Amaretto.

Zubereitung: Für die Crème Mascarpone das Eigelb mit dem Puderzucker vermischen. Geschlagenes Eiweiß unterheben. Eine mittelgroße Auflaufform mit dem Löffelbiskuit auslegen und mit der Hälfte des Kaffees übergießen. Dann die Crème darauf schichten und das Ganze wiederholen. Auf die obere Schicht etwas Kakaopulver sieben, bis sie grob bedeckt ist. Danach über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen.

Fürs Osterfeeling: Das Tiramisu statt in einer Auflaufform in Gläser schichten. Auf die obere Schicht zwei Löffelbiskuits als Hasenohren stecken und mit weißen Schokoplättchen zwei Augen auf den Kakao legen. Um kindgerecht zu bleiben, sollte hier auf den Amaretto verzichtet werden.

Wir empfehlen dazu:
2022 Banyuls Blanc Doux, Domaine La Tour Vieilles, Roussillon, Fl. 15,00 Euro
Auch beim weißen Banyuls wird die so genannte Mutage angewandt, das Stoppen der Gärung durch die Zugabe von Branntwein. Damit bleibt dem Wein aus Grenache blanc und Grenache gris die Restsüße erhalten. Die Schieferböden der Côte Vermeille im Roussillon geben dem Wein Mineralität, er ist geprägt von floralen Noten und nicht zu reifen Fruchtnoten wie Pfirsich und gelbem Obst.